Mein Herz,
ich habe diesen Brief tausendmal begonnen und wieder verworfen, weil es keine Sprache gibt für das, was sich wie Zerreißen anfühlt. Und doch versuche ich es – weil du die Wahrheit verdienst. Weil ich uns die Würde geben will, mit der wir begonnen haben.
Ich liebe dich. Noch immer. Vielleicht mehr denn je. Und gerade deshalb schreibe ich diesen Brief – weil ich begriffen habe, dass Liebe allein manchmal nicht reicht, um zwei Menschen zu halten, die in unterschiedliche Richtungen gewachsen sind.
Wir haben uns nicht verloren, weil wir uns nicht mehr lieben. Sondern weil wir aufgehört haben, uns wirklich zu begegnen. Ich habe versucht, zu halten, was längst schwer geworden ist. Du hast geschwiegen, wo du hättest rufen sollen. Und plötzlich standen wir voreinander wie Fremde, die einmal alles füreinander waren.
Ich will nicht, dass wir in Bitterkeit auseinandergehen. Ich will, dass du weißt: Du warst mein größter Schatz. Mein Licht in dunklen Tagen. Mein Anker, mein Atem, mein Zuhause. Und nichts, was jetzt geschieht, kann je auslöschen, was du für mich warst – und auf eine stille Weise immer bleiben wirst.
Ich lasse dich gehen, nicht weil du mir gleichgültig bist. Sondern weil ich dich nicht festhalten will in einem Leben, das uns beide nicht mehr atmen lässt.
Vielleicht findest du dein Glück anderswo. Vielleicht finde ich meines in der Stille danach. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege eines Tages wieder – als andere Menschen, reifer, ruhiger, weicher.
Bis dahin will ich dich in Frieden loslassen. Ohne Schuld, ohne Groll. Nur mit Liebe. Und mit der Erinnerung an das, was schön war. Und wahr.